Mittwoch, 25. September 2013

#6: Der Fluch der Adaptionen

Jep, mal wieder so ein Artikel. Weil ich aktuell nicht so sehr mit Filmen hinterherkomme.
...
Das Werk eines Anderen zu vertreten ist immer eine undankbare Aufgabe, egal welches Medium man in welches adaptieren möchte. Selbstverständlich ist generell jedes Werk an sich in seiner Originalfassung und in seinem "Heim-Medium" am besten zu genießen und wenn man vorhat, dieses Werk einer breiteren Masse vorzustellen und/oder das Universum dessen zu expandieren durch eine neue Art, dieses zu erleben, dann ergeben sich verständlicherweise Probleme. Man darf einerseits nicht zu sehr vom Original-Material abweichen, um Fans nicht abzuschrecken aber Änderungen sind immer von Nöten, um das Vorhaben überhaupt realisieren zu können - bsw. können 600+ Buchseiten nicht 1:1 in einen 90+-minütigen Film umgewandelt werden; es gilt immer rauszufinden, welche Teile der Geschichte/Welt weniger interessant/nötig/wichtig/relevant sind für potenzielle Neueinsteiger in die Original-Materie sind.

Ich persönlich sehe das Problem auf beiden Seiten: Einerseits gilt es meistens darum, Franchises so gut es geht zu melken und die Qualität/Nähe zur Vorlage ist meistens nur Glückssache/relative Ansichtssache. Um erneut ein Beispiel zu nennen sind die "Herr der Ringe"-Filme unbestritten fein gemacht, für viele gar Meisterwerke ihres Genres - und das trotz zahlreicher entscheidender Änderungen gegenüber den Büchern. Hier hatte man aber ein tatsächliches Glück, einen fähigen Regisseur gehabt zu haben, der all die Änderungen, die Ultra-Hardcore-Fans sauer aufstoßen würden, durch sein Können kompensieren konnte, bzw. genau wusste, welche Stellen man wie ändern sollte, damit die Adaption als Film-Trilogie Sinn machte. In einem anderen Fall aber, wie z.B. bei der "Percy Jackson"-Reihe wollte man nur einen potenziellen "Harry Potter"-Ersatz haben und keine würdige Repräsentatierung des Original-Materials. So will man einfach nur darauf bauen, dass auf einer Seite die Fans eingespannt und auf der anderen Seite die Nicht-Fans, die aber trotzdem durch bekannte Muster darauf aufmerksam werden.

Andererseits liegt das Problem aber auch bei uns, Fans des Original-Materials. Nicht im Grundansatz, ebenso wie geldgierige Manager ja auch nicht im Ansatz Schuld sind für beschissene Adaptionen, ich meine hier selbstverständlich diejenigen, die nicht verstehen können, dass sobald ein Werk das "Territorium" wechselt, es sich ändern muss: "Metro 2033" kann als Videospiel nicht genauso funktionieren wie als Buch, das Buch zum Film "Terminator Salvation" kann ebenso nicht genauso sein wie der Film, aus dem es entstand und sobald das nicht in die Köpfe der Leute reingeht, wird es leider immer Missverständnisse diesbezüglich geben.

Natürlich sollen wir weiterhin erwarten, dass wir eine faire Adaption dessen bekommen, was wir mögen, weil wir ja daran hängen, egal ob es eine Verfilmung, "Verbuchung", Versoftung oder Remake ist, Standards zu haben ist nie verkehrt. Man muss nur aufpassen, dass die Änderungen im neuen Medium auch Sinn ergeben, sprich "sich gut einfügen". Und zu den Remakes kommt noch was Separates, denn das ist sowieso ein Thema für sich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis